Wenn es um selbstständige Mobilität geht, ist das Verladesystem das Bindeglied zwischen Rollstuhl und Auto. Denn nur wenn der Rollstuhl schnell, einfach und ohne Hilfe im Fahrzeug verladen werden kann, geht die Mobilität nahtlos weiter. Als Rollstuhlnutzer können Sie so problemlos zwischen Mobilität für den Nah- und den Fernbereich wechseln, ohne auf zusätzliche Hilfe angewiesen zu sein.

Auch für Ihren Aktivrollstuhl von O4 gibt es die perfekten Partner für die Verladung ins Auto. Als Selbstfahrer oder Beifahrer stehen Ihnen dazu ganz unterschiedliche technische Lösungen zur Verfügung, die wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen möchten. Da der Einbau eines Verladesystems jedoch von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich ist, sprechen Sie jedoch unbedingt mit einem qualifizierten Umbau-Berater, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden. Da sich sowohl die Fahrzeuge als auch die Rollstühle in ihrer Konstruktion und ihren Parametern unterscheiden gibt es keine Universallösung, die auf alle Anforderungen passt. Vielmehr ist der Einbau einer Ladehilfe immer eine ganz individuelle Umrüstung, die exakt auf Ihr Fahrzeug und Ihren Rollstuhl angepasst werden muss. Nur so kann einwandfreie Funktionalität und Ihre Sicherheit garantiert werden.

Da es sich beim Einbau eines Verladesystems zudem um einen Eingriff in das Fahrzeug handelt, muss dieser – nach Abschluss der Arbeiten – vom TÜV abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Ein guter Umrüstpartner wird diese Schritte problemlos für Sie übernehmen, so dass Sie sich um nichts zu kümmern brauchen.

Zudem wurden die meisten Ladehilfen bereits zuvor für die Verwendung mit vielen aktuellen Fahrzeugmodellen abgestimmt und zugelassen. So können Sie sicher sein, dass weder die Sicherheit noch die Funktionalität Ihres Autos beeinträchtigt werden. Bei der Zulassung eines Neuwagens kann die Ladehilfe gleich mit den eventuell zusätzlich notwendigen Fahrhilfen eingebaut und eingetragen werden. Aber auch eine nachträgliche Umrüstung ist jederzeit möglich.

Informieren Sie sich vor der Entscheidung auch darüber, ob und wie ein Rückbau Ihres Fahrzeugs in den Originalzustand möglich ist. Dies kann hilfreich sein, wenn Sie das Auto ohne Umbauten auf dem Gebrauchtwagenmarkt leichter verkaufen können oder wollen. Da teilweise weitreichende Umbauten – wie zum Beispiel das Umwandeln einer normalen Tür in eine Schiebetür – notwendig sind, kann der Rückbau jedoch so kostenintensiv werden, dass es besser ist, das Fahrzeug im umgerüsteten Zustand zu veräußern.

Grundsätzlich ist es so, dass der überwiegende Teil von Verladesystemen für das Verladen von faltbaren Rollstühlen genutzt wird. Die Rollstühle von O4 jedoch sind grundsätzlich Rollstühle mit starrem Rahmen und dafür gibt es einen Grund: Die Hauptaufgabe eines Rollstuhls ist es, seinen Benutzer mobil zu machen und mobil und gesund zu halten. Das Hilfsmittel soll helfen und den Alltag erleichtern und nicht einschränkend oder gar gesundheitsschädlich wirken. Faltrollstühle jedoch sind immer ein Kompromiss zwischen guten Fahreigenschaften (wie sie der Starrrahmenrollstuhl bietet) und besonderer Transportfreundlichkeit. Auch ein klappbares Reisebett unterscheidet sich von einem richtigen Bett. In welchem sitzen oder liegen Sie wohl gesünder und bequemer?

Es gibt jedoch auch Verladesysteme, die sich mit Starrrahmenrollstühlen nutzen lassen – solange diese nicht zu breit, zu hoch oder zu schwer sind. Wie wir oben bereits sagten: Sprechen sie mit Ihrem Fahrzeugumrüster und bestehen Sie auf eine gute Lösung für Ihren perfekten Rollstuhl.

Der Ladeboy S2 der Firma Rausch

Der Ladeboy S2, mit dem ein Rollstuhl vollautomatisch hinter den Fahrersitz gezogen werden kann, wurde ursprünglich für Faltrollstühle entwickelt. Wenn jedoch das Fahrzeug eine ausreichend breite Verladeöffnung bietet und im hinteren Bereich ausreichend Stellfläche zur Verfügung steht, kann der Ladeboy auch für Starrrahmenrollstühle verwendet werden. Limitierungen ergeben sich hier nur durch die Breite der Öffnung, die zum Laden zur Verfügung steht. Rollstühle mit Zusatzantrieb bewältigt der Ladeboy S2 in der Regel problemlos.

Der Verladevorgang ist dabei denkbar einfach: Nachdem man aus dem Rolli auf den Fahrersitz gewechselt ist, aktiviert man die Ladehilfe. Um die automatische Verladung zu ermöglichen, wird für den Ladeboy die hintere Tür zu einer elektrischen Schwenk-Schiebetür umfunktioniert, die automatisch nach hinten schwenkt und so den Zugang zur umgebauten Rückbank freigibt. Um dennoch zusätzlichen Passagieren das Mitfahren zu ermöglichen,wird nur der Teil der Rücksitzbank umgebaut, der für die Verladung und die sichere Unterbringung des Rollstuhls benötigt wird. Der verbleibende Bereich wird durch eine Bordwand vom Ladebereich abgetrennt und kann normal genutzt werden. Zudem verhindert diese Wand, dass versehentlich Dinge von der Rückbank in den Ladebereich fallen, die das System blockieren könnten.

Aus dem Ladebereich fährt nun elektrisch die Aufnahmevorrichtung für den Rollstuhl heraus. Sie müssen nichts weiter tun als den Rolli an diese heran zu schieben und zu verriegeln. Sicher gekoppelt wird nun der Rollstuhl vollautomatisch in seine Transportposition gezogen und dort arretiert. Das Schließen der Tür übernehmen dann ebenfalls kräftige Elektromotoren, so dass Sie binnen weniger Minuten abfahrbereit sind.

Am Ziel angekommen, stellt der Ladeboy Ihren Rollstuhl auf Knopfdruck wieder in Reichweite ab, so dass sie selbst bei schlechtem Wetter zügig umsetzten können. Ein weiterer Vorteil des Ladeboy S2 ist die Tatsache, dass der Kofferraum (je nach Fahrzeug- und Rollstuhlmodell) weitgehend erhalten bleibt und normal genutzt werden kann.

TMN Robot 11/Robot 3000

Einen vollkommen anderen Weg geht man beim Robot. Dieses Verladesystem bringt den Rollstuhl im Kofferraum des Fahrzeugs unter. Bei Starrrahmenrollstühlen ist dabei natürlich zu beachten, dass der Rolli komplett stehend und mit ausreichend Freiraum zum Manövrieren im Heck des Fahrzeugs untergebracht werden muss. Für Kleinwagen ist dieses Modell daher ungeeignet.

Passen jedoch Rollstuhl, Fahrzeug und Verladesystem zusammen, ist der Komfort, den der Robot bietet, nahezu unübertroffen. Abgeholt wird Ihr Rollstuhl praktisch an der Position, an der Sie ihn beim Umsetzen ins Auto verlassen haben. Ein langer Greifarm mit mehren Gelenken faltet sich aus dem Kofferraum um das Auto herum und nimmt den Rolli genau dort in Empfang, wo er steht. Kurz in das System eingeklinkt, schwebt Ihr Rollstuhl dann auf einer individuell programmierten Bahn um Ihr Auto, um nur Augenblicke später zusammen mit dem Greifarm im Kofferraum zu verschwinden.

Das Ladesystem kann – bei ausreichendem Öffnungswinkel der Heckklappe – sogar so programmiert werden, dass der Rollstuhl selbst dann entladen werden kann, wenn ein weiteres Auto direkt hinter Ihnen parkt. Der Greifarm hebt den Rolli dann einfach in einem Bogen über die Motorhaube ihres Hintermanns. Lediglich neben Ihrem Fahrzeug muss ausreichend freier Raum zur Verfügung stehen, um den Rollstuhl sicher wieder neben dem Fahrersitz abstellen zu können.

Im Regelfall bleiben bei den Robot-Systemen alle Plätze der Rückbank unverändert                                                    nutzbar. Lediglich der Kofferraum ist nur noch eingeschränkt zu benutzen, selbst wenn kein Rollstuhl transportiert wird. denn in diesem Fall muss dort zumindest der Verladearm untergebracht werden.

Abiliquip Abiloader FX

Ein etwas unbekannterer Kandidat in der Gruppe der vollautomatischen Verladesysteme ist der Abiloader FX, der funktional dem Robot nahekommt. Auch hier wird der Rollstuhl direkt neben dem Fahrersitz abgeholt, nachdem sich wie von Geisterhand die Hackklappe geöffnet und ein langer Greifarm ausgefaltet hat.

Der Abiloader ist zwar nicht ganz so gelenkig wie der Robot, dafür bewältigt er den Lade- oder Entladevorgang aber im Idealfall in rasanten 25 Sekunden. Der Robot braucht (je nach Konfiguration) auch schon mal die doppelte Zeit.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Modellen ist die Tatsache, dass der Abiloader ganz bewusst mit dem Blick auf Starrahmenrollstühle entwickelt wurde und so ideal mit den Modellen von O4 funktionieren kann. Allerdings sind Umrüstungen mit dem Abilioader in Deutschland bislang selten. Sollten Sie sich also für dieses Modell interessieren, könnte es schwierig werden, einen Umrüster zu finden, der das System in seinem Programm hat. Geben Sie hier nicht auf: Auch jedes andere System hat Ihr Umrüster irgendwann einmal zum ersten Mal eingebaut.

Carolift

Ebenfalls in den Kofferraum verladen die Liftsysteme Carolift 40, 90, 140, 6000 und 6900 Ihren Rollstuhl. Geeignet sind die unterschiedlichen Modelle dabei für nahezu alle Rollstuhl-Typen vom leichten Faltrollstuhl bis hin zu schweren Elektrorollstühlen.

Systembedingt unterscheiden sie sich jedoch in der Anwendung grundlegend von den zuvor beschriebenen Modellen: Bei den Carolift Verladehilfen muss der Rollstuhl zunächst bis zum Kofferraum gebracht, dort mit dem System gekoppelt und nach dem Hebevorgang ins Heck des Fahrzeugs geschwenkt werden. Diese Systeme eignen sich somit nur bei einer vorhandenen Restgehfähigkeit für die komplett selbständige Verladung des Rollstuhls.

Die Systeme sind jedoch eine große Hilfe, wenn für gewöhnlich eine Begleitperson den Rollstuhl in den Wagen verlädt. Für diese Person entfällt dann das Heben des Rollstuhls in den Kofferraum. Es ist also in jedem Fall eine wertvolle Erleichterung.

Es gibt jedoch auch bei diesen Systemen eine Ausnahme, die auch ohne Gehfähigkeit die selbständige Komplettverladung ermöglicht: Besitzer eines Pickups können mit den Systemen denn Rollstuhl von einer Position neben dem Fahrersitz auf die Ladefläche heben und schwenken lassen, wenn die Basis direkt an der Rückwand der Fahrerkabine montiert werden kann.

Grundsätzlich handelt es sich bei allen Modellen der Carolift-Familie im Prinzip um einen Ladekran mit unterschiedlicher Tragfähigkeit. Dieser wird auf einer soliden Basis im Heck des Fahrzeugs montiert und ist auf dieser schwenkbar. Der Rollstuhl wird dann bis über die Ladekante angehoben, mit geringem Kraftaufwand ins Fahrzeuginnere geschwenkt und dann wieder abgelassen. Wird kein Rollstuhl transportiert, können einige der Modelle auch flach auf dem Kofferraumboden zusammengefaltet werden.  Sie beeinträchtigen dann nur minimal die normale Verwendung des Kofferraums.

BrigAyd und Olympian

Die Systeme von BrigAyd und Olympian arbeiten beide nach einem ähnlichen Prinzip wie die Carolifte. Auch hier wird der Rollstuhl angehoben und kann dann ins Fahrzeug verschwenkt werden. Je nach Fahrzeug und Rollstuhlmodell können sie jedoch ebenfalls mögliche Alternativen sein, die eventuell besser zu Ihren individuellen Bedürfnissen passen.

Sie sehen: Die Möglichkeiten, komplett autonom und selbständig mit Rollstuhl und Auto selbstständig mobil zu sein, sind zahlreich und vielfältig. Und dabei haben wir Systeme wie Kassettenlifte und Rampensysteme für Vans und Großraumfahrzeuge noch gar nicht angesprochen. Zu guter Letzt gibt es auch schon Fahrzeuge, bei denen Sie gleich mit dem Rollstuhl durch das Heck bis vor das Lenkrad fahren können und selbst mit denen zwei oder drei Rollstuhlfahrer in einem Auto gemeinsam auf Tor gehen können. Bleiben Sie also gespannt: Wir stellen Ihnen auch diese Systeme bei Gelegenheit hier vor,

Wenn Sie also Ihren Mobilitätsradius erweitern wollen oder aus familiären oder beruflichen Gründen auf die selbständige Nutzung Ihres Autos Wert legen, dann sprechen Sie mit Ihrem Umrüstungspartner und mit uns. Denn auch wir bei O4 stehen ständig in Kontakt mit allen Menschen, denen Ihre Mobilität am Herzen liegt. Gemeinsam finden wir sicher auch für Ihre individuellen Mobilitätsansprüche eine Lösung.

contact

kontakt

contact

contact

Verladesysteme für O4-Rollstuhl