Ich muss gestehen, dass ich nicht jede Woche in den Wald gehe. Und schon gar nicht auf unbefestigten Wegen. Im Allgemeinen fahre ich mit dem Rollstuhl oder Handbike auf festen Straßen. Auch wenn sie nicht immer eben sind, ist das Fahren auf dem Waldboden doch etwas ganz anderes.

Ein paar Mal im Jahr begebe ich mich allerdings auf schwierigeres Gelände, in der Regel im Urlaub. Wir müssen dann mindestens einmal eine unmögliche Wanderung gemacht haben. Das mache ich aber nicht unvorbereitet. Für meinen Rollstuhl habe ich Mountainbike-Reifen, die ich dann aufziehe. Das macht es schon viel einfacher, über Unebenheiten wie Baumwurzeln zu fahren. Obwohl das Problem der Vorderreifen damit natürlich nicht gelöst ist: die bleiben schnell irgendwo hängen, und ehe man sich versieht, fällt man aus dem Rollstuhl.

Möchten Sie auch gut vorbereitet losziehen? Achten Sie dann auf diese Punkte!

Um das zu verhindern, montiere ich ein großes Rad (eine Art von Schubkarrenreifen) an meinen Rollstuhl. Diese Räder gibt es von verschiedenen Herstellern. Ich benutze ein Rad von ROAM. Den entsprechenden Montagebügel habe ich bereits unter meinem Rollstuhl, das macht die Sache einfach.
Im letzten Urlaub hat sich dieses Vorderrad häufig bewährt. Damit fuhr ich problemlos über Hindernisse, und es bot auch ein praktisches Hilfsmittel für den Transport meiner Krücken. Die benutze ich nämlich nur selten und habe deshalb keinen Krückenhalter an meinem Rollstuhl. Mit einem Gurt befestigten wir die Krücken an der Achse des großen Vorderrads. So brauchte mein Mann sie nicht den ganzen Tag zu schleppen, und mich haben sie nicht gestört...

Zurück in den Wald. Im Jahr 2015 habe ich an einer Episode der Sendereihe "Klaas kann alles" mitgewirkt. In dieser Folge wollten wir herausfinden, ob es möglich ist, mit einem Rollstuhl durch den Wald zu fahren. Während der Dreharbeiten stellte sich heraus, dass:

  1. es eine Herausforderung ist, mit einem Rollstuhl durch den Wald zu fahren (klicken Sie auf die Links, um die Videos anzusehen),
  2. ein Handbike mit etwas breiteren Reifen den Wald schon etwas zugänglicher machte,
  3. Klaas bei extremen Oberflächen gerne auf ein Spezialfahrzeug zurückgreift.

Die letztgenannte Möglichkeit ist vielen Menschen leider nicht vorbehalten. Viel einfacher sind das Aufziehen von Mountainbike-Reifen und die Montage eines großen Vorderrads zu realisieren. Solange das Gelände nicht zu unwegsam ist, kommt man damit (vor allem mit einem Begleiter, der eine helfende Hand reichen kann) ziemlich weit.

Viel Spaß!

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Laura de Vaan - Weil sie die letzte Stufe einer Treppe übersah, sitzt Laura de Vaan seit 1996 im Rollstuhl. Da sie den Sport nicht aufgeben wollte, suchte sie schon bald nach der Diagnose (CRPS I) nach einem Rollstuhlsport. Mit dem Ergebnis, dass sie schneller Sport treiben wie sich in einem normalen Rollstuhl fortbewegen konnte. Über viele Jahre hinweg spielte sie begeistert Rollstuhl-Tennis, bis dies körperlich nicht mehr möglich war. Nach verschiedenen Versuchen hier und dort lernte sie 2004 das Handbiken kennen. Dass sie auch das gut kann, beweisen ihre olympischen Medaillen und Weltmeisterschaftstitel.

 

 

 

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Ein abenteuerlicher Waldausflug? Nicht unvorbereitet!