Gerade in Zeiten, in denen man viel zuhause bleiben sollte, spielen die kleinen Hindernisse im Alltag eine große Rolle. Wo man sonst vielleicht über „Kleinigkeiten“ hinweg gesehen hätte, weil es ja doch irgendwie geht, fallen diese Störfaktoren nun viel stärker auf. Zeit also, im eigenen Umfeld nach Optimierungsmöglichkeiten zu forschen.

Auch wenn „Universal Design“ immer mehr Produkte für immer mehr Menschen gut nutzbar macht, sind wir noch weit von einer Welt entfernt, die wirklich barrierefrei und für jeden zugänglich ist. Als Rollstuhlfahrer sollte man daher immer wieder überprüfen, ob sich Hindernisse und Barrieren im engsten eigenen Umfeld minimieren oder abschalten lassen. Die Energie, die man durch ein optimal angepasstes Umfeld einspart, steht dann für andere Aktivitäten zur Verfügung und sorgt für mehr Lebensqualität.

Machen Sie sich am besten eine Liste, auf der Sie für jeden Raum Ihrer Wohnung und jede Alltagssituation notieren, was Sie stört, wo Sie viel Energie aufwenden müssen oder Abläufe unpraktisch sind. Sammeln Sie die Einträge über mehrere Tage hinweg und führen Sie die Liste fort, um auch Veränderungen über verschiedene Jahreszeiten zu erfassen.

Die Punkte der Liste können Sie dann Stück für Stück in Angriff nehmen und prüfen, was sich verbessern lässt. Letztlich sollte sich Ihr Umfeld an Ihre Bedürfnisse anpassen und nicht umgekehrt. Wir stellen Ihnen im Folgenden vier Methoden vor, mit denen SHindernisse beseitigen können. Haben Sie keine Angst vor Veränderungen: Eine bessere Lebensqualität und mehr Gesundheit werden es Ihnen danken.

Binden Sie Familienmitglieder, Partner, Freunde und Bekannte in Ihre Optimierung ein

„Viele Hände, schnelles Ende!“ in diesem Sprichwort steckt ein guter Teil Wahrheit. Denn wenn jeder ein kleines Stück zur Verbesserung beiträgt, ist am Ende viel gewonnen. Überlegen Sie, welche Aufgaben, Handgriffe und Tätigkeiten im Alltag Ihnen im Rollstuhl besonders schwer fallen. Gibt es Aufgaben, die von einem Familienmitglied ohne Rollstuhl vielleicht einfacher und schneller ausgeführt werden könnten und die Sie wirklich entlasten würden?

Überlegen Sie aber auch, welche Aufgaben Sie dafür im Gegenzug übernehmen könnten, die für Sie weniger belastend oder anstrengend sind. So entsteht auf keiner Seite eine Überbelastung. Aufgaben und Tätigkeiten werden nur neu verteilt und besser auf die jeweiligen Stärken und Schwächen angepasst.  Es gibt immer Möglichkeiten, sich gegenseitig zu helfen.

Planen Sie aber nicht nur für die Aktivitäten in der Wohnung. Auch am Arbeitsplatz lässt sich mit kleinen Veränderungen oft viel bewegen. Gehen Sie die täglichen Abläufe minutiös durch und schauen Sie, wo sich Verbesserungspotenzial ergibt. Sprechen Sie bei Arbeitsabläufen mit Kollegen und Vorgesetzten, welche Ansätze sich realisieren lassen, ohne dass Gesamtabläufe gestört werden. Achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis und bringen Sie auch ihre Stärken ein, um Kollegen im Gegenzug zu entasten.

Die Möglichkeiten für technische Verbesserungen sind heute ebenfalls vielfältig: Höhenverstellbare Schreibtische, Befestigungs- und Haltesysteme für den flexiblen Einsatz der Büroelektronik und des Computers, rotierende Regalsysteme, die Aktenordner auf die passende Höhe bringen können.

Bei baulichen oder technischen Veränderungen können Sie Ihren Arbeitgeber auf die weitreichenden Fördermöglichkeiten für betriebliche Anpassungen hinweisen. Oft ist es sogar so, dass sich durch einzelne Maßnahmen die Qualität des Arbeitsplatzes für alle Mitarbeiter verbessert, wenn Dinge erst einmal in Angriff genommen werden.

Schauen Sie über den „Hilfsmittel-Tellerrand“

Smart-Technologie kann nicht nur das Leben an sich angenehmer machen, sondern eröffnet auch für Menschen mit einer Behinderung vollkommen neue Möglichkeiten. So lassen sich heute Heizkörper, Licht und auch das Öffnen und Schließen von Fenstern vom Smart-Device aus steuern. Gerade für Rollstuhlfahrer kann es eine echte Erleichterung bedeuten, all diese Funktionen mit nur einem Gerät zu verwalten, anstatt bei jedem Klingeln an die Tür zu müssen oder sich zu verrenken, um an die Fenstergriffe zu kommen.

Suchen Sie auch in anderen Bereichen nach Produkten, die Ihren Alltag erleichtern. So bieten beispielsweise ausklappbare Bügelbretter, die für den Einsatz in Hotels entwickelt wurden, eine vollkommen mit dem Rollstuhl unterfahrbare und zudem platzsparende Alternative zu herkömmlichen Lösungen. Gerade der gewerbliche Bereich bietet durch seine Ausrichtung auf Arbeitssicherheit und Ergonomie vielfältige Ansätze für Probleme, die auch Rollstuhlfahrer betreffen.

Gehen Sie bei der Suche stets von der Lösung aus, die Sie sich wünschen. Denn gleiche Lösungen ergeben sich oft aus ganz unterschiedlichen Problemstellungen. Abfalleimer, deren Deckel sich, durch einen Sensor gesteuert, automatisch anheben, entstanden aus dem Wunsch, den Abfall hygienisch berührungsfrei entsorgen zu können. Für den Rollstuhlfahrer sind sie die beste Alternative zu einem Abfallbehälter mit Fußbedienung, der schlicht nicht bedienbar wäre.

Lassen Sie sich beraten

Auch im baulichen Bereich gibt es heute vielfältigste Lösungen für mehr Mobilität und bessere Zugänglichkeit. Gibt es Stufen oder Schwellen, die sich durch kleine Rampen entschärfen lassen? Würden Ihnen vielleicht automatisch öffnende und schließende Türen den Alltag erleichtern? Sind die Bodenbeläge ideal oder erschweren sie die Bewegung? Wie sieht es mit den Positionen von Lichtschaltern und Steckdosen aus? Sind diese für Sie vom Rollstuhl aus gut erreichbar? Und auch die Positionierung von Möbeln und Pflanzen darf durchaus einmal kritisch beleuchtet werden.

Bei notwendigen baulichen Maßnahmen können die Kosten sogar oft von einem Kostenträger wie der Krankenkasse oder von Integrations- oder Sozialämtern übernommen werden. Teilweise gibt es sogar maßnahmengebundene Pauschalzuschüsse, die nur beantragt werden müssen. Setzen Sie auch hier Ihren Wunsch als Ziel und schauen Sie, was sich umsetzen lässt. Bleiben Sie dabei jedoch flexibel. Manchmal ist auch mit der Hälfte des Weges schon viel gewonnen.

Anlaufstellen für Informationen sind Architektur-Büros, Spezialisten für barrierefreies Bauen, aber auch immer häufiger Fach-Experten bei Kostenträgern und Sozialverbänden. Je mehr Meinungen Sie sich anhören, umso klarer wird das Bild Ihrer Möglichkeiten.

Denken Sie dabei daran, dass es bei der Anpassung Ihres persönlichen Umfeldes nicht um die Erfüllung allgemeiner Normen, sondern um Ihren individuellen Bedarf geht. Planen Sie soweit wie möglich Alternativen ein, falls sich ein Lösungsansatz einmal als nicht realisierbar herausstellt.

Wählen Sie die besten Hilfsmittel aus

Hilfsmittel spielen natürlich bei der optimalen Gestaltung des Alltags die wichtigste Rolle. Und die Unterschiede sind größer, als man zunächst glaubt. Bei einem Rollstuhl können schon wenige Zentimeter den Ausschlag geben, ob man problemlos mobil oder in der Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist. Hier entstehen aus Unwissenheit oft Probleme, die den Alltag beschwerlicher machen, als es sein müsste. Erwarten Sie von einem Rollstuhl, dass er Sie mit perfekter Anpassung in ihrer Mobilität unterstützt und nicht zusätzlich einschränkt.

O4 setzt in diesem Bereich seit Jahren Maßstäbe, da alle O4-Rollstühle von Beginn an aus physiologischer Sicht entwickelt wurden. Die Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers bildeten gemeinsam mit den möglichen Einschränkungen die Basis für die Entwicklung innovativer Ideen wie zum Beispiel die flexibel verstellbaren Sitze, Ergänzt wird dies durch die perfekte computer- und messungsgestütze Anpassung, die exakt den Vorgaben folgt, die durch den Körper des Nutzers definiert sind. Nur so ist es möglich, perfekte Unterstützung und Positionierung in jeder Situation zu verwirklichen. Die Haltung des menschlichen Körpers unterscheidet sich nämlich sehr stark, je nachdem, ob man fährt oder sitzend Arbeiten erledigt. 

Damit Sie diese neue Freiheit auch direkt einfach bei sich zuhause erproben können, bietet O4 Ihnen die Gelegenheit, einen angepassten Rollstuhl testweise geliefert zu bekommen. So erfahren Sie die Unterschiede im Alltag ganz direkt unter realen Bedingungen. Entscheiden Sie sich für ein Hilfsmittel, das Ihre Energiereserven schont und Sie in allen Belangen daheim und auf der Arbeit unterstützt.

 

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