Für Sie als Rollstuhlfahrer ist die Teilnahme an Betriebsausflügen oft nicht so selbstverständlich möglich, wie für Kollegen, die nicht im Rollstuhl sitzen. Eines der drei großen sozialen Probleme, mit denen Rollstuhlfahrer im Arbeitsumfeld konfrontiert sind, besteht darin, dass der Ausflugsort oder die besuchte Freizeitaktivität bei Betriebsausflügen nicht rollstuhlgerecht ist. Hier finden Sie 10 Tipps für barrierefreie Betriebsausflüge, an denen Sie auch im Rollstuhl teilnehmen können.

Tipp 1: Gehen Sie auf Schatzsuche
Nichts wirkt sich so positiv auf die Teambildung und das gemeinsame Miteinander aus wie das erfolgreiche Bewältigen unterhaltsamer Aufgaben. Die GPS-Schatzsuche, die das Traumhaus im Elsterpark anbietet, ist ein solches Erlebnis. Ähnlich wie beim Geocaching müssen Sie verschiedene Rätsel lösen, den Weg zum Ziel finden und Aufgaben gemeinsam bewältigen. Das komplett barrierefreie Hotel bietet darüber hinaus auch Zugang zu rollstuhlgerechten Paddelausflügen und zahlreichen anderen Aktivitäten im Harz an.

Tipp 2: Schnuppern Sie auf der Kart-Bahn Rennatmosphäre
Wenn kurz vor dem Start die Ampel auf Rot springt, ist die Anspannung der Fahrer bis in den Zuschauerraum zu spüren. Die Augen auf die Strecke gerichtet, geht jeder Pilot noch einmal in Gedanken seinen Plan durch, vor der ersten Kurve die beste Position zu erreichen. Dass es dabei keinen Unterschied zwischen Rollstuhlfahrern und Fußgängern gibt, liegt an den auf Handgas umgebauten Karts, die von der RSC-Hannover auch Freizeitfahrern angeboten werden. Für Firmenevents kann dabei alles vom kurzen Sprintrennen bis hin zum kompletten Rennevent mit Trainings- und Quallifikationsläufen organisiert werden.

Tipp 3: Sehen Sie die Welt wie Gulliver
Mit dem Rollstuhl in wenigen Minuten von Amerika nach Skandinavien reisen und auf eine Stippvisite noch eben in Venedig und Monaco vorbeischauen: Möglich wird dies bei einem Ausflug ins Miniaturwunderland im Herzen der Hamburger Speicherstadt. Dort ist die Modelleisenbahn längst nicht mehr der alleinige Hauptdarsteller, denn die Detailliebe der Betreiber hat nicht nur abwechslungsreiche Landschaften kreiert, sondern auch zahllose, liebevolle Geschichten in den bunt bevölkerten Städten und Dörfern der Anlage versteckt, die es zu entdecken gilt. „Hast Du das schon gesehen?“ ist daher auch die häufigste Frage, die man unter den Besuchern hört. Abseits der regulären Öffnungszeiten bietet das Miniaturwunderland auch barrierefreie Events ab 30 Personen an und unterstützt Sie gerne bei der Organisation.

Tipp 4: Fordern Sie Ihre Kollegen beim Rollstuhlbasketball heraus
Schlagen Sie statt Paintball-Turnier oder Bowlingrunde doch einmal einen Rollstuhlbasketball-Workshop als Betriebsausflug vor. So begegnen sich alle Kollegen sportlich auf Augenhöhe. Zudem machen Ihre gehenden Kollegen auch einmal die Erfahrung, sportlich im Rollstuhl unterwegs zu sein. Als besonders integrativer Sport ermöglicht es Rollstuhlbasketball ja ohnehin, dass Menschen mit oder ohne Handicap gleichberechtigt gemeinsam sogar Hochleistungssport betreiben können. Eine Erfahrung, die Ihre Kollegen dann in den Arbeitsalltag mitnehmen.

Tipp 5: Kochen Sie im 'Pott'
Gemeinsames Kochen und Essen verbindet. Was gibt es daher Schöneres, als mit Ihren Kollegen einen Kochworkshop zu besuchen? Bei der Kochschule Kochmomente, mitten im nordrhein-westfälischen Bochum beheimatet, ist man besonders stolz darauf, eine barrierefreie Küche anbieten zu können. Die Zugänglichkeit wurde bereits bei der Planung umfassend bedacht: Einzelne Arbeitsflächen der Kochinsel lassen sich hydraulisch einstellen und sind unterfahrbar. So hat jeder die Möglichkeit, aktiv mit zu schnibbeln, zu rühren und zu braten.

Tipp 6: Nutzen Sie ihr Pokerface
Gemeinsam Poker zu lernen und dann in einem Turnier gegeneinander anzutreten ist sicher eine besondere Gelegenheit, Kollegen von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. In bundesweit angebotenen Poker-Kursen geht es zuerst um das Erlernen der Regeln, bevor ein Turnier dann ermöglicht, den anderen Mitspielern ihre Chips abzuknöpfen. Mobilitätseinschränkungen spielen dabei keine Rolle, denn alle sitzen gemütlich am gleichen Tisch. Jetzt sind nur noch Ihr Pokerface und ein bisschen Glück gefragt. Wer vor dem Finale ausscheiden muss, kann entweder Kollegen anfeuern oder sich noch einige Tricks von denen abschauen, die weiter gekommen sind.

Tipp 7: Sehen Sie die Welt inmitten der Baumkronen von oben
Mit dem Rollstuhl umgeben von Baumkronen in 20 bis 30 Metern Höhe unterwegs zu sein, ist eine ebenso ungewöhnliche wie Grenzen sprengende Erfahrung. Möglich wird sie auf dem barrierefreien Baumwipfel-Pfad der panarbora, der gleichzeitig mit über 1,5 Kilometern Weglänge der längste seiner Art in NRW ist. Als besonderes Highlight lockt der ebenfalls mit dem Rollstuhl befahrbare Aussichtsturm, von dem aus man den Blick über das Bergische Land schweifen lassen kann. In der angeschlossenen Akademie können zusätzliche Events zur Teambildung realisiert werden und auch Übernachtungen in Baumhütten oder Jurten sind möglich.

Tipp 8: Lernen Sie Ihre Kollegen auf dem Wasser neu kennen
Eine Bootsfahrt wirkt auf die (Arbeits-) Atmosphäre wunder. Auf dem Wasser führen Sie schnell ganz andere Gespräche als im Büro. An Bord der Schiffe der weißen Flotte genießen Sie mit oder ohne Rollstuhl die Atmosphäre einer kleinen Kreuzfahrt. Dabei sind nicht nur Touren während der planmäßigen Fahrten der Köln Düsseldorfer Reederei (z. B. zur Loreley) möglich, sondern auch individuell abgestimmte Routen ab einer Gruppengröße von ca. 30 Personen. Rollstuhlfahrern stehen auf den meisten Schiffen ebenerdigen Zugänge und vielfach auch Lifte zur Verfügung, um auf alle Decks zu gelangen. Barrierefreie Sanitäranlagen sind auf den meisten Schiffen natürlich ebenfalls vorhanden. So erleben Sie einen abwechslungsreichen Tag auf dem Wasser, denn der Rhein hat auf seinem Verlauf mehr als 100 Gesichter.

Tipp 9: Besuchen Sie eine Burg
Mittelalterliche Burgen sind für Rollstuhlfahrer in der Regel kaum zugänglich, weil der Erhalt der historischen Baukunst oft barrierefreien Modernisierungsmaßnahmen widerspricht. Die Leuchtenburg in Thüringen ist Deutschlands erste Höhenburg mit dem Prädikat „Reisen für Alle“, das besonders barrierearme Reiseangebote auszeichnet. So wurden die neuen Ausstellungsbereiche der angegliederten „Porzellanwelten" rollstuhlgerecht eingerichtet. Mit einem Aufzug gelangen Sie in die Ausstellung und können dann Ihren Rundweg barrierefrei fortsetzen. Auch das Besucherzentrum mit Bistro und Terrasse ist ebenso wie der Tagungssaal barrierefrei nutzbar. Den stufenlosen Weg zur Burggastronomie erreichen Sie per Aufzug.

Tipp 10: Überwinden Sie gemeinsam Hindernisse
Gemeinsam klettern, sich gegenseitig aus schwindelnder Höhe abseilen und eine 80 Meter lange, rollstuhltaugliche Seilrutsche: Hier müssen alle Kollegen eng zusammenarbeiten, um gemeinsam zum Ziel zu kommen. Und wenn sich die Fußgänger dann auch einmal in den Rollstuhl setzen, um die Verbindungsbrücke in acht Metern Höhe zu überqueren, entsteht ein spannender Perspektiven-Wechsel. Gemeinsam mit dem Verein Natur bewegt bietet das Hotel FIT in Much dieses einmalige Teambildungs-Erlebnis seit 2010 an. Wenn Sie also auf der Suche nach einem Betriebsausflug mit viel Aktivität und sportlicher Betätigung sind, könnte dies ein perfektes Angebot für Sie sein.

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10 Tipps für rollstuhlfreundliche Betriebsausflüge